EXPANDING CITIES – DIMINISHING SPACE

Are “Smart Cities” the solution or part of the problem of continuous urbanisation around the globe?

Die Weltbevölkerung wird die 10-Milliarden-Marke voraussichtlich in den 2060er-Jahren überschreiten; davon werden 70 % in städtischen Bereichen leben. Städte wachsen nicht nur hinsichtlich ihrer Bevölkerungszahl, sondern vergrößern auch ständig ihre Fläche. Auch mit gleichbleibender Bevölkerung entsteht immer mehr Bedarf nach Raum. In vielen Städten ist die Anzahl der Quadratmeter pro Kopf im Wohnbau stetig steigend, einerseits als Folge gesteigerten Lebensstandards, andererseits auch als Resultat von Veränderungen in der sozialen Struktur, die zu einem hohen Anteil an Ein-Personen-Haushalten führen. Auch Verkehrsinfrastruktur, Industriegebiete, Einkaufszentren, Logistikzentren, Veranstaltungs- und Freizeiteinrichtungen etc. konsumieren zusätzlichen Raum.

Als Konsequenz daraus wachsen Städte auch in die dritte Dimension: hoch in den Himmel und tief unter die Erde. Viele Städte wachsen auch in die Zeit hinein und werden zu Orten, die niemals schlafen und ihre urbanen Aktivitäten 24 Stunden pro Tag das ganze Jahr über anbieten – 24/365. Auch in Ländern und Regionen mit konstanter oder schrumpfender Bevölkerung haben die Städte weiterhin Zulauf zu verzeichnen. Während der sprichwörtliche Hunger nach Nahrung und Ressourcen zunimmt, schrumpfen die Flächen zwischen den Städten, d. h. landwirtschaftlich genutzte Gebiete, aber auch natürliche Rückzugsflächen und Pufferzonen, immer mehr.

Diese Aspekte der Stadterweiterung führen nicht nur zu massiven weltweiten Veränderungen, sondern erzeugen auch vielfältige Herausforderungen, Chancen und Risken, mit denen wir uns in Planungsprozessen beschäftigen müssen. Aktuellen Prognosen zufolge wird sich innerhalb der nächsten Jahrzehnte die von Städten in Anspruch genommene Fläche verdreifachen. Das führt zu einem Verlust an landwirtschaftlicher Fläche und Grünraum sowie zu einem enormen Wachstum der städtischen Bevölkerung. Die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt bereits in Städten. Nicht nur Megastädte wie in China, Indien, Teilen Afrikas und Lateinamerika wachsen schnell, sondern auch die Bevölkerung der kleinen und mittleren Städte ist im Anstieg begriffen.

Daher gibt es einerseits die Bedrohung, dass die stetige Nachfrage nach immer mehr Raum zu einer Vielzahl an Konsequenzen führt, zum Beispiel Ressourcenknappheit, infrastrukturelle Engpässe, Umweltverschmutzung, Umweltzerstörung oder soziale Konflikte. Viele Fragen keimen auf, wie man diesen Problemen kurzfristig begegnet und was zu tun ist, um diese Herausforderungen auf lange Sicht zu meistern – die Aufgaben und Probleme erscheinen riesig.

Auf der anderen Seite sind immer mehr noch nie dagewesene (städtische) Technologien verfügbar, um Städte zu überwachen und managen. Monitoring kann sowohl durch Fernerkundung mit erstaunlicher Präzision erfolgen als auch durch umfassende Sensornetzwerke in (Beinahe-)Echtzeit. Smarte Stadttechnologien versprechen einen Beitrag zur Lösung multipler Herausforderungen, mit denen wir in Städten zu tun haben. Jedoch sind diese Technologien zugleich auch eine Voraussetzung für das Managament und auch für das Wachstum der immer größer werdenden städtischen Agglomerationen. Ist diese Entwicklung nachhaltig? Wie widerstandsfähig sind derart riesige Stadtsysteme, die auf hochkomplexer Technologie beruhen? Ein essenzieller Aspekt ist die Überwindung von fachspezifischen Herangehensweisen und die Stadt holistisch zu betrachten – Stadtplaner sagen mitunter von sich, dies schon immer so gehandhabt zu haben. Trotz all der Technologien im Fokus müssen jedoch die Ziele der Nachhaltigkeit und Resilienz weiterhin ihre wichtige Bedeutung beibehalten. Städte sind nun einmal für Menschen und nicht für Technik, sodass das Hauptaugenmerk auf der Lebensqualität liegen sollte.

Die REAL CORP 2018 bildet den aktuellen Stand der Technik ab, präsentiert aber auch Projekte und Lösungsansätze für den Einsatz zukünftiger Technologien.